Welche Auswirkungen haben Sprachbarrieren auf die Versorgung von Patient*innen – in Kliniken, in ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen, bei der Arbeit von Pflegediensten sowie für die Behandlungssituation von erkrankten Menschen und ihren Angehörigen? Was passiert, wenn in der Gesundheitsversorgung eine gemeinsame Sprache fehlt?
Sprachbarrieren erschweren nicht nur die Kommunikation, sondern wirken sich auch auf die Behandlungsqualität, den Zugang zur Versorgung und die Zufriedenheit von Patient*innen und Mitarbeitenden/Behandelnden aus. Ohne professionelle Sprachmittlung sind Missverständnisse, Fehlversorgungen und ungleiche Behandlungschancen unvermeidlich.
Um eine gleichberechtigte Behandlung aller in Deutschland lebenden Menschen zu gewährleisten, auch derjenigen mit geringeren deutschen Sprachkompetenzen, ist neben mehrsprachigen Behandlungsteams auch der Einsatz von Sprachmittlung unabdingbar. Bislang gibt es jedoch keine einheitlichen Finanzierungs-, Ausbildungs- und Implementierungsstandards für die Arbeit mit Sprachmittler*innen in der Gesundheitsversorgung, auch aufgrund fehlender rechtlicher Regelungen zur Kostenübernahme.
Vor diesem Hintergrund widmet sich das Projekt SIMPLE – „Sprache öffnet Türen“ unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrike Kluge und Dr. Simone Penka von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité, gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit seit August 2024 bis Juni 2026, der mehrdimensionalen Implementierung von Sprachmittlung im Gesundheitswesen mit folgenden Zielen:
- Exemplarische Implementierung von Sprachmittlungsleistungen in die ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung mit begleitender Evaluation der Ermöglichung und Hindernisse,
- Entwicklung, Durchführung und Evaluation einer zertifizierten Fortbildungen für medizinisches Personal,
- Förderung der Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit mit einem breiten Bündnis aus a) Sprachmittlungsanbieter*innen, b) medizinischem Personal, c) Patient*innen, d) Lobbyvertreter*innen und externen Berater*innen, um die Implementierung wirksam und nachhaltig zu begleiten.
SPRACHMITTLUNG IN DER GESUNDHEITSVERSORGUNG
Lehrfilm „Arbeiten mit Sprachmittlung“
Wie kann die Zusammenarbeit mit professioneller Sprachmittlung im medizinischen und psychotherapeutischen Alltag gelingen? Der im Rahmen des Projekts SIMPLE entstandene Lehrfilm „Arbeiten mit Sprachmittlung“ vermittelt praxisnah Grundlagen für sprachmittlungsgestützte Behandlungssituationen. Anhand konkreter Beispiele zeigt er, worauf bei der Vorbereitung und Durchführung von Gesprächen mit Sprachmittelnden zu achten ist und wie eine gute Zusammenarbeit im Gespräch gestaltet werden kann.
Auf dieser Seite zeigen wir einen Ausschnitt aus dem Lehrfilm. Die vollständige Version hat eine Laufzeit von ca. 26 Minuten und wird Interessierten kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Nach Klick auf den Button erfolgt eine kurze Weiterleitung über eine SoSci-Survey-Seite; anschließend erhalten Sie Zugang zur vollständigen Version des Films.
Abschlussveranstaltung
SIMPLE-Projekt
SPRACHE ÖFFNET TÜREN – Implementierung von Sprachmittlung in der Gesundheitsversorgung
Mittwoch, 03. Juni 2026
Studie: Simple
Erarbeitung praxistauglicher Vorschläge zur Implementierung von Sprachmittlung im Gesundheitswesen
FAQ
Häufig gestellte Fragen zur Sprachmittlung in der Gesundheitsversorgung
